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Apr 5, 2017
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DSV-Team reist mit großem Aufgebot nach Eindhoven

(05.04.2017) Ab morgen liefert sich ein großer Teil der deutschen Schwimmszene packende Duelle im niederländischen Eindhoven. Am Start sind sowohl sowohl deutsche als auch niederländische Olympiateilnehmer.

So bekommt es unser Sprint-Ass Damian Wierling auf den 50m Freistil mit dem niederländischen Rekordhalter Jesse Puts zu tun. Sie trennt laut Meldezeit gerade einmal eine Hundertstelsekunde.

Der Vielstarter des letzten Jahres, Marco Koch legt ebenfalls einen Formtest im Peter van den Hoogenband Swimming Stadium ein. Es ist sein letzter Zwischenstop vor den Deutschen Meisterschaften im Juni. Er geht über die 100 und 200 Brust ins Rennen. Auf der kürzeren Distanz bekommt Koch dabei Konkurrenz von Christian vom Lehn.

Eines der prestigeträchtigsten Duelle der vier Tage erwartet die Gäste aber wohl am Samstag. Hier treffen die beiden Olympiasiegerinnen Femke Heemskerk und Ranomi Kromowidjojo aufeinander. Über die 100 Freistil stehen die Staffelkameradinnen von Rio dann aber auf zwei verschiedenen Bahnen auf dem Startblock.

Außerdem wird eine große Auswahlmannschaft des DSV an den Start gehen. Darunter WM- und Olympiastarter wie Lisa Graf, Jacob Heidtmann oder Marlene Hüther. Aber auch die jungen Athleten des Perspektivteams wie Julia Mrozinski, Henning Mühlleitner oder Lucie Kühn werden für das “Team Germany” auf die Startbrücke laufen.

Da in den Niederlanden traditionell auch die Sportler mit Handicap in den Wettkampf eingebunden sind, sehen wir zudem die Paralympics Silbermedaillengewinnerin von Rio, Maike Naomi Schnittger. Sie wird über die Kraulstrecken starten.

Unter den internationalen Gästen des Meetings sind zudem mehrere Top-Schwimmer aus Österreich, wie zum Beispiel die Olympiateilnehmerinnen Lisa Zaiser und Lena Kreundl sowie Junioren-Europameister Sebastian Steffan.

Mitverfolgen könnt ihr die Wettbewerbe nicht nur vor Ort, sondern auch im Livestream. Hier haben wir für euch die wichtigsten Links zum Eindhoven Swim Cup 2017 zusammengestellt:

Apr 5, 2012
admin

Rätselraten um Phelps’ Olympia-Programm

Noch nie ist es einem Schwimmer gelungen, einen Olympia-Titel zweimal hintereinander zu verteidigen. Diese Bestmarke dürfte bald fallen. In London könnte Superstar Michael Phelps der erste Athlet sein, der eine Strecke bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen für sich entscheidet. Der 14-fache Olympia-Sieger, 26-fache Weltmeister und derzeit sechsfache Weltrekord-Inhaber ist stets auf der Jagd nach Rekorden und Superlativen. Bei den Spielen in London will er die Bestmarke von Sowjet-Turnerin Larisa Latynina knacken, die sich 18 olympische Medaillen und damit zwei mehr als der Amerikaner in den Schrank hängen konnte. Doch neben diesem Ziel dürfte Phelps in Großbritannien auch weitere Bestmarken jagen – und so zum Beispiel der erste Schwimmer mit einer doppelten olympischen Titelverteidigung werden. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die spannende Frage, über welche Strecken Phelps in London an den Start geht.

Die wahrscheinlichste Prognose vorweg:
Phelps startet in London wie gewohnt über die 100 und 200m Schmetterling sowie die 200 und 400m Lagen. Zudem erfüllt er sich beim letzten Saisonhöhepunkt seiner Karriere den Traum, über die 100m Freistil an den Start zu gehen. Seinem Programm fallen dabei die 200m Freistil zum Opfer. Weitere mögliche Phelps-Programme findet Ihr unten.

Infrage kommen vier Einzelstrecken, über die Phelps sich den dritten Olympia-Titel in Folge holen könnte: Die 100 und 200m Schmetterling sowie die 200 und 400m Lagen. In den vergangenen Jahren hatte Phelps stets erklärt, dass er gut auf die 400m Lagen verzichten könnte und auch bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 war er über diese Strecke nicht angetreten. Doch in diesem Jahr sprang er bereits zwei Mal bei US Grand Prix Meetings über die 400m Lagen ins Wettkampfbecken und sorgte dabei für überzeugende Leistungen. Auch schloss er nicht mehr kategorisch aus, über diese Distanz in London starten zu wollen. Trainer Bob Bowman hatte ohnehin stets betont, dass er Phelps gern wieder über die 400m Lagen sehen würde. Die Zeichen sprechen derzeit eher für als gegen einen Start Phelps’ in London. Die 400m Lagen stehen am ersten Tag der Schwimm-Wettbewerbe in London auf dem Plan und wären hier die einzige Strecke für Phelps. Die Chancen, dass er die doppelte Titelverteidigung bereits hier klar machen könnte, stehen nicht schlecht – selbst Landsmann Ryan Lochte kam bisher nicht an die Leistungen eines Michael Phelps (auch ohne Hightech-Anzug) heran.
Über die 200m Lagen hingegen ist Lochte schneller als Phelps – egal ob mit oder ohne Anzug. Der Sunnyboy hat jedoch im Gegensatz zu Phelps am selben Tag die 200m Rücken auf dem Plan stehen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich Phelps für die Niederlage im WM-Finale von Shanghai 2011 rächen will.

Über die 100 und 200m Schmetterling dominierte Phelps die Schwimm-Welt im vergangenen Jahrzehnt. Über die 200m stellte er seinen ersten Weltrekord auf und holte seit 2001 JEDEN WM- und Olympia-Titel. Über die 100m konnte ihn seit sechs Jahren kein Athlet bei Olympia oder Weltmeisterschaften schlagen. Trotzdem stellt sich die Frage, ob er erneut beide Strecken in Angriff nimmt. Das Finale über die 200m Schmetterling findet am gleichen Tag wie der Endlauf über die 4x200m Freistil sowie das Halbfinale über die 100m Freistil statt. Über die 100m Freistil wird Phelps starten. Dies hat er immer wieder angekündigt, zuletzt konnte er überzeugende Leistungen abliefern – es wäre eine Überraschung ihn hier nicht zu sehen. Aufgrund seiner persönlichen Verbindung zu den 200m Schmetterling lautet die Prognose trotz des harten Programms: Er startet.
Für einen Start über die 100m spricht, dass das Finale am siebten Tag der Schwimm-Wettbewerbe stattfindet und Phelps hier ansonsten keinen Einsatz hätte. Außerdem wird er sich einen Einsatz als Staffel-Schwimmer über die 4x100m Lagen nicht nehmen lassen.

Damit hat Phelps bereits ein strammes Programm vor sich. Einen Knochenjob wie bei den Spielen in Peking, als er 17 Wettkampfstarts an acht Tagen absolvierte, wird er sich nicht erneut aufhalsen. Zur Überraschung vieler könnten daher die 200m Freistil auf der Streichliste stehen. Die Konkurrenz ist hier derart eng, dass Phelps durchaus komplett ohne Medaille ausgehen könnte. Es ist fraglich, ob der Megastar dieses Risiko auf sich nimmt. Er müsste damit zudem nach den harten 400m Lagen am ersten Tag nicht direkt am nächsten Tag im Vorlauf sowie Halbfinale über die 200m Freistil antreten, sondern würde lediglich im Finalabschnitt in der 4x100m Freistilstaffel zu sehen sein. Gegen einen Verzicht Phelps’ auf diese Strecke spricht höchstens, dass er nach den WM-Niederlagen 2009 und 2011 noch eine Rechnung mit den 200m Freistil offen hat.
Dabei stellt sich auch die Frage nach dem Staffeleinsatz von Phelps über die 4x200m Freistil. Angesichts dessen, dass am selben Tag der Vorlauf und das Halbfinale über die 100m Freistil sowie das Finale über die 200m Schmetterling auf dem Plan stehen, könnte er auch auf einen Staffeleinsatz verzichten.

Im Umkehrschluss kann man jedoch auch vermuten, dass Phelps, sollte er über die 200m Freistil sowie in der 4x200m-Staffel antreten, auf die 200m Schmetterling verzichtet. Auch damit wäre sein Programm durchaus angenehm auf die Wettkampftage verteilt. Aufgrund der persönlichen Geschichte und seiner Dominanz über diese Distanz scheint das zwar äußerst unwahrscheinlich, jedoch nicht unmöglich. Phelps erklärte mehrfach, dass er in London seine ganz persönlichen Ziele verfolgen will, die so manchen überraschen könnten. Selbst ein Start Phelps’ über die 100 oder 200m Rücken ist nicht auszuschließen, ebenso ein Verzicht auf die 200m Lagen. Mit erfolgreichen Starts über die Rückenstrecken könnte er olympische Medaillen auf vier von fünf Schwimm-Disziplinen (Schmetterling, Rücken, Freistil und Lagen) aufweisen. Man muss hierbei im Hinterkopf haben: Phelps beendet nach den Spielen in London seine Karriere! Sicher ist nur eines: Er selbst weiß ganz genau, über welche Strecken er starten wird.

Es ist unwahrscheinlich, dass Phelps über weniger als vier bzw. mehr als fünf Einzelstrecken antreten wird. Außerdem wird davon ausgegangen, dass er die 400m Lagen und auch die 100m Freistil ins Programm aufnimmt.
Basierend auf Phelps’ Leistungsvermögen, seinen Aussagen der vergangenen Jahre, der Konkurrenz sowie dem Zeitplan der Olympischen Spiele wurde eine Liste verschiedener Programme aufgestellt, die Phelps in London in Angriff nehmen könnte:

1.: Frei Fahrt für Biedermann und Co.
200 und 400m Lagen / 100 und 200m Schmetterling / 100m Freistil / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil
1. Tag: 400m Lagen (Vorlauf / Finale)
2. Tag: 4x100m Freistil Finale
3. Tag: 200m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale)
4. Tag: 100m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 200m Schmetterling Finale
5. Tag: 200m Lagen (Vorlauf / Halbfinale), 100m Freistil Finale
6. Tag: 100m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale), 200m Lagen
7. Tag: 100m Schmetterling Finale
8. Tag: 4x100m Lagen Finale

2.: Verzicht auf die Paradestrecke
200 und 400m Lagen / 100 Schmetterling / 100m und 200m Freistil / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil
1. Tag: 400m Lagen (Vorlauf / Finale)
2. Tag: 200m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 4x100m Freistil Finale
3. Tag: 200m Freistil Finale
4. Tag: 100m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 4x200m Freistil
5. Tag: 200m Lagen (Vorlauf / Halbfinale), 100m Freistil Finale
6. Tag: 100m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale), 200m Lagen
7. Tag: 100m Schmetterling Finale
8. Tag: 4x100m Lagen Finale

3.: Lass Lochte mal machen…
400m Lagen / 100m und 200m Schmetterling / 100m Freistil / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil / 4x200m Freistil
1. Tag: 400m Lagen (Vorlauf / Finale)
2. Tag: 4x100m Freistil Finale
3. Tag: 200m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale)
4. Tag: 100m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 200m Schmetterling Finale, (4x200m Freistil)
5. Tag: 100m Freistil Finale
6. Tag: 100m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale), 200m Lagen
7. Tag: 100m Schmetterling Finale
8. Tag: 4x100m Lagen Finale

4.: Ruhiger Abgang zum Ende:
200 und 400m Lagen / 200m Schmetterling / 100m und 200 Freistil / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil / (4x200m Freistil)
1. Tag: 400m Lagen (Vorlauf / Finale)
2. Tag: 200m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 4x100m Freistil Finale
3. Tag: 200m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale) 200m Freistil Finale
4. Tag: 100m Freistil (Vorlauf / Halbfinale), 200m Schmetterling Finale, (4x200m Freistil)
5. Tag: 200m Lagen (Vorlauf / Halbfinale), 100m Freistil Finale
6. Tag: 200m Lagen
7. Tag: — frei –
8. Tag: 4x100m Lagen Finale

5.: Minimal-Programm für den Rekord-Schwimmer:
200 und 400m Lagen / 200m Schmetterling / 100m Freistil / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil
1. Tag: 400m Lagen (Vorlauf / Finale)
2. Tag: 4x100m Freistil Finale
3. Tag: 200m Schmetterling (Vorlauf / Halbfinale)
4. Tag: 100m Freistil (Vorlauf / Halbfinale)
5. Tag: 200m Lagen (Vorlauf / Halbfinale), 100m Freistil Finale
6. Tag: 200m Lagen
7. Tag: — frei –
8. Tag: 4x100m Lagen Finale

Weitere denkbare Kombinationen:
200 und 400m Lagen / 200 Schmetterling / 100 und 200m Freistil / 4×100 Lagen / 4x100m Freistil / (4x200m Freistl)

200 und 400m Lagen / (100 und) 200m Schmetterling / 100m Freistil / 100m Rücken / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil

400m Lagen / (100 und) 200m Schmetterling / 100m Freistil / 200m Rücken / 4x100m Lagen / 4x100m Freistil

Mrz 26, 2012
admin

Olympia: Fankreich schickt Klasse statt Masse

Gerade einmal 15 französische Schwimmer werden bei den Olympischen Spielen über Einzelstrecken an den Start gehen. Elf von 26 Distanzen werden in London nicht besetzt – und dies obwohl man in Frankreich nicht gerade hohe Normzeit vorgegeben hatte. Man könnte meinen, dass dies für Europas zuletzt stärkste Schwimmnation etwas wenig ist, um den Posten als Nummer eins auf dem Kontinent zu verteidigen.

Die Namen, die jedoch in der Liste der französischen Olympia-Teilnehmer zu finden sind, tragen das Prädikat Weltklasse. Yannick Agnel konnte bei der Olympia-Quali in Dünkirchen unter Beweis stellen, dass nicht nur über die 200 sondern auch die 100m Freistil mit ihm zu rechnen ist. Möglicherweise geht sein Plan, auf die 400m Freistil zugunsten dieser beiden Strecken zu verzichten, tatsächlich auf. Agnels Trainingsgefährtin Camille Muffat hat gute Chancen Italo-Diva Federica Pellegrini als Doppel-Olympiasiegerin über die 200 und 400m Freistil abzulösen. Über beide Strecken schwamm sie in Dünkirchen neue Textil-Weltrekorde. Auch die Rückenspezialisten Camille Lacourt und Benjamin Stasiulis sowie Sprintexperte Fabien Gilot zählen in London zu den Medaillenkandidaten.

Ob sich Comeback-Sternchen Laure Manaudou erneut über olympisches Edelmetall freuen können wird, ist eher ungewiss. Am besten stehen hier wohl ihre Chancen über die 200m Rücken. Wenn sie von ihrer bereits starken Zeit aus Dünkirchen noch ein bis anderthalb Sekunden abknabbern kann, darf sie sich durchaus Hoffnungen machen, ihrem Satz olympischer Medaillen, den sie sich in Athen 2004 holen konnte, ein weiteres Schmuckstück hinzuzufügen.

Das macht sechs Schwimmer, die sich ernsthafte Hoffnungen auf eine Medaille im Einzel in London machen können. Hinzu kommen die Freistil-Staffeln der Herren. Über die 4x200m Freistil könnten die Franzosen durchaus dem US-Team mit Ryan Lochte und Michael Phelps gefährlich werden. Über die 4x100m Freistil hat man die Favoritenrolle zwar an das Weltmeister-Team aus Australien um Youngster James Magnussen verloren. Mit einer Medaille darf man hier jedoch ebenfalls rechnen. Die Lagenherren hingegen sind auf der Schmetterlings- und Bruststrecke wohl zu schwach besetzt, als dass es zu einer Medaille reichen könnte. Bei den Damen dürfte es eine faustdicke Überraschung sein, sollte sich eine der Staffeln auf dem Podium platzieren können.
Außenseiterchancen dürfen sich Florent Manaudou und Amaury Leveaux über die 50m Freistil ausrechnen. Auch die beiden qualifizierten Athleten über die 1500m konnten starke Zeiten vorweisen.

Dies ergibt folgende Medaillenchancen:

Herren:
(50m Freistil: Florent Manaudou, Amaury Leveaux)
100m Freistil: Fabien Gilot, Yannick Agnel
200m Freistil: Yannick Agnel
(1500m Freistil: Anthony Pannier, Damien Joly)

100m Rücken: Camille Lacourt, Benjamin Stasiulis
200m Rücken: Benjamin Stasiulis

4x100m Freistil
4x200m Freistil

Damen:
200m Freistil: Camille Muffat
400m Freistil: Camille Muffat

(200m Rücken: Laure Manaudou)

Dies ergibt auf dem Papier zwar nur zehn realistische Chancen – doch diese sind jeweils sehr hoch einzuschätzen. Hinzu kommen etwa fünf Außenseiterchancen. Es dürfte durchaus realistisch sein, dass das französische Team wieder im Bereich der Spiele 2008 landet, als man sechs Medaillen holen konnte. Um an das Ergebnis der vergangenen WM in Shanghai mit zehnmal Edelmetal heranzukommen, müssen die französischen Trümpfe nahezu alle stechen.

Die Vorab-Prognose zum derzeitigen frühen Saisonzeitpunkt:
Agnel knackt die 48 Sekunden und holt sich überraschend Bronze über die 100m Freistil. Über die 200m kommt er in dem extrem engen hochklassigen Feld ebenfalls auf Platz drei. Die von ihm angeführte 4x200m Freistilstaffel kommt auf Platz zwei, ebenso wie das 4x100m Freistil-Team.
Camille Lacourt holt sich nach dem EM-Titel 2010 in Budapest und dem WM-Titel 2011 in Shanghai auch den Olympia-Titel 2012 über die 100m Rücken. Stasiulis muss sich über die doppelte Strecke zwei US-Schwimmern (Lochte und Clary – oder gar Lochte und Phelps???) sowie Ryosuke Irie geschlagen geben.
Bei den Damen holt sich Camille Muffat den Titel über die 200m und schwimmt über die 400m auf Platz zwei. Laure Manaudou krönt ihr Comeback mit Bronze über die 200m Rücken hinter US-Teenie Melissa Franklin und einer Australierin/Britin/Japanerin/Chinesin. Von den Außenseiter-Herren holt einer der Freistilsprinter Bronze.
Macht in der Endabrechnung zwei Gold-, sowie drei Silber- und vier Bronzemedaillen = neunmal Edelmetall.
Keine schlechten Aussichten für das kleine aber feine französische Team!

Mrz 14, 2012
admin

Olympia oder Scheitern – Entscheidung für Thorpe

In wenigen Tagen ist es also nun soweit. Für Ian Thorpe entscheidet sich, ob es was wird mit der Olympia-Teilnahme oder ob sein Comeback den Stempel “gescheitert” aufgedrückt bekommt. Viel Hoffnung gibt es für den einstigen Weltmeister, Weltrekordhalter, Olympiasieger und wahrscheinlich besten Schwimmer der Welt nicht. Über die 200m Freistil gibt es in Australien knapp ein Dutzend Schwimmer, die in der Lage sind, tiefe 1:48er Zeiten und schneller zu schwimmen und dies wird auch nötig sein, um unter die besten Sechs zu kommen. Thorpes beste Zeit seit dem Comeback liegt bei 1:50,79 Minuten. Diese müsste er somit um etwa zweieinhalb Sekunden steigern, um sich den Traum vom Olympia-Ticket zu erfüllen. Angesichts der Qualitäten eines Ian Thorpe, der einst in 1:44,06 den Weltrekord hielt, ist das zwar nicht unmöglich, doch vor Selbstbewusstsein strotzte der ohnehin eher introvertierte Thorpe zuletzt eher nicht. Die eher pessimistische Prognose für die 200m Freistil: Thorpe wird kämpfen, im Halbfinale jedoch mit einer 1:49er Zeit ausscheiden.

Über die 100m Freistil dürfte es angesichts der Konkurrenz und seiner bisherigen Leistungen unwahrscheinlich sein, dass Thorpe ernsthaft damit rechnet unter die besten Sechs zu kommen und sich für das Staffel-Team zu qualifizieren. Thorpes Comeback-Bestzeit hier: 50,76 Sekunden. Bei den Meisterschaften in Adelaide sind 27 Schwimmer schneller als er gemeldet. Die Spitze in Australien über die 100m Freistil ist eng, schnell und jung. Alle Athleten sind Anfang bis Mitte Zwanzig. Langsamer als eine mittlere 48er Zeit darf man wahrscheinlich nicht sein, um sich das Olympia-Ticket zu sichern. Thorpes Bestzeit, die bei Olympia in Athen 2004 immerhin zu Bronze reichte, liegt bei 48,56 Sekunden. Diese müsste er wahrscheinlich nicht nur erreichen sondern sogar unterbieten. Die Prognose für die 100m: Schon der Einzug ins Halbfinale dürfte für Thorpe ein Erfolg sein.

Fazit: Die Chancen stehen schlecht für Ian Thorpe. Die Zeiten der Test-Wettkämpfe, die starke Konkurrenz sowie das mangelnde Selbstbewusstsein sprechen gegen ihn. Ein Scheitern dürfte für kaum jemanden eine Überraschung sein. Das Gute daran für Thorpe: Im Grunde kann er nur positiv überraschen!

Feb 12, 2012
admin

Alle gegen Pellegrini – Olympia-Highlight 200 Freistil der Damen

Dass die 200m Freistil der Herren bei den Olympischen Spielen in London eines der spannendsten Rennen aller Zeiten werden könnten, wurde bereits bei der WM im vergangenen Jahr in Shanghai deutlich. Doch auch bei den Damen könnte diese Distanz eines der Highlights der Schwimmwettbewerbe in London werden. Ein gutes halbes Dutzend an Top-Schwimmerinnen strebt danach, Italo-Diva Federica Pellegrini vom Thron zu stoßen.

Seit den Olympischen Spielen in Peking vor vier Jahren konnte Pellegrini bei allen Höhepunkten auf der Langbahn die Titel über die 200m Freistil holen. Bei der Heim-WM 2009 in Rom, bei der EM 2010 in Budapest und auch bei der Weltmeisterschaft in Shanghai im vergangenen Jahr war sie nicht zu schlagen. Doch diese Dominanz könnte in London durchbrochen werden.

Konkurrenz durch einen Teenager: Missy “The Missile” Franklin (USA)

Ganz oben auf der Liste der Konkurrentinnen steht US-Teenie Melissa Franklin. Sie schwamm 2011 in 1:55,06 Minuten als Startschwimmerin der amerikanischen WM-Staffel die beste Zeit des Jahres über die 200m Freistil und war damit knapp eine halbe Sekunde schneller als Pellegrini bei deren WM-Sieg im Einzel. In Shanghai war Franklin über die 200m Freistil im Einzel nicht am Start. Spannend wird in diesem Zusammenhang die Olympia-Streckenplanung der 16-Jährigen. Sie gilt als Multitalent, das sowohl über die Freistil- als auch Rückenstrecken angreifen kann. Gut möglich, dass sie auf die ein oder andere Distanz verzichten muss. Franklin war seit 2008 die erste Schwimmerin, die statt Pellegrini am Ende des Jahres an der Spitze der Weltrangliste stehen konnte.

Ausrufezeichen zum Auftakt des Olympiajahres: Allison Schmitt (USA)

Eine weitere ernsthafte Konkurrentin für Pellegrini kommt ebenfalls aus den USA und ist eine von Franklins engsten Gefährtinnen im US-Team. Die 24-jährige Allison Schmitt schwamm bei der WM in Rom vor drei Jahren hinter Pellegrini zu Silber und konnte im vergangenen Jahr vor allem auf der Kurzbahn über die 200m Freistil glänzen. Sie schwamm beim Weltcup in Berlin in 1:52,08 Minuten Weltjahresbestzeit. Zum Auftakt des Jahres konnte Schmitt bereits mit einer Zeit von 1:55,83 Minuten glänzen, was bei der WM in Shanghai zu Silber gereicht hätte und mehr als eine Sekunde schneller war als ihre eigene Finalzeit, mit der sie auf Platz sechs kam.

Die Kurzbahn-Weltmeisterin: Camille Muffat (FRA)

Auch aus Europa kommt Gefahr für Pellegrini. Die Französin Camille Muffat konnte zum Jahresauftakt bereits an die Zeit heranschwimmen, mit der sie bei der WM im vergangenen Jahr Bronze holte. Zudem ist sie amtierende Kurzbahn-Weltmeisterin über die 200m Freistil. Muffat ist eine von insgesamt sieben Schwimmerinnen, die seit dem Verbot der Hightech-Anzüge unter die Marke von 1:56 Minuten schwimmen konnten.

Aus Fehlern schlau geworden (?): Femke Heemskerk (NED)

Eine weitere europäische Athletin, die Pellegrini gefährlich werden könnte, ist die Niederländerin Femke Heemskerk. Im Gegensatz zu Muffat, die neben den 200 auch die 400m Freistil beherrscht, kommt Heemskerk eher von den kurzen Strecken. Bei der WM im vergangenen Jahr schwamm sie in 1:55,54 Minuten als Schnellste ins Finale und war damit hier bereits vier Hundertstel schneller als die spätere Weltmeisterin Pellegrini. Im Endlauf fehlte ihr jedoch, nachdem sie 150m geführt hatte, auf der letzten Bahn die Kraft. Aus dieser Erfahrung wird sie ihre Lehren gezogen haben.

Die europäische Missy Franklin: Sarah Sjöström (SWE)

Neben Missy Franklin wird auch ein junges europäisches Multitalent der Titelverteidigerin das Leben schwer machen. Die Schwedin Sarah Sjöström schwamm bereits bei der EM 2008 ins Licht der Öffentlichkeit, als sie sich mit nur 14 Jahren über die 100m Schmetterling die Goldmedaille holte. Es folgten der WM-Titel 2009 und die EM-Titelvertidigung über diese Distanz 2010. Doch die 18 Jahrige kann mehr als “Schmettern”. Im vergangenen Jahr schwamm sie in 53,05 Sekunden die Weltjahresbestzeit über die 100m Freistil. Bei der WM in Shanghai schwamm sie über die 200m als Vierte nur knapp am Podium vorbei und gilt somit auch über diese Distanz als eine der Medaillenanwärterinnen. Für sie gilt ebenso wie bei Franklin: Es wird spannend sein zu sehen, auf welche Strecken sie sich bei Olympia konzentrieren wird.

Die Olympiasiegerinnen: Kylie Palmer und Bronte Barrat (AUS)

Gleich mehrere ernstzunehmende Pellegrini-Konkurrentinnen kommt aus Australien – allen voran Vize-Weltmeisterin Kylie Palmer. Die 21-Jährige schwamm im Finale von Shanghai auf den letzten 50 Metern fast am gesamten Feld vorbei von Platz sieben auf zwei. Wäre das Becken 10 Meter länger gewesen, hätte sie sich wahrscheinlich auch Pellegrini geschnappt. Auch sie konnte bereits unter 1:56 Minuten bleiben und war Mitglied der 4x200m Freistilstaffel, die bei den Olympischen Spielen in Peking Gold holen konnte.
Ebenfalls mit olympischem Staffelgold dekoriert, ebenfalls im WM-Finale von Shanghai dabei und ebenfalls bereits unter 1:56 Minuten war Palmers Team-Kollegin Bronte Barrat. Sie kommt wie Pellegrini oder Muffat auch von den 400m und könnte der Italienerin somit doppelt gefährlich werden.
Mit Jade Neilson, Angie Bainbridge, Blair Evans und vor allem der 16-jährigen Yolane Kukla stehen zudem junge Schwimmerinnen sowie mit Melanie Schlanger oder Alicia Coutts etablierte Kräfte bereit, die Palmer und Barrat bereits bei der Olympia-Quali in wenigen Wochen das Leben schwer machen könnten.

Silke Lippok und die Geheimkandidaten

Natürlich sind die Olympischen Spiele stets auch von Überraschungen und Sensationen geprägt. Über die 200m Freistil gibt es mehrere Kandidatinnen, die neben den bereits vorgestellten “etablierten” Athletinnen ins Rampenlicht schwimmen könnten. Das Sensationsgefühl kennt Vize-Europameisterin Silke Lippok bestens. Bei der EM in Budapest vor zwei Jahren konnte die 18-Jährige mit einem beherzten Rennen Pellegrini an den Rande einer Niederlage bringen. Auch sie stand im vergangenen Jahr im WM-Finale. Kann sie sich noch etwas steigern, zählt auch sie zu den Geheimfavoriten auf eine Medaille in London.

Gerade im Olympiajahr macht so mancher einen kräftigen Sprung nach vorn. Kandidatinnen dafür wären beispielsweise die beiden Ungarinnen Agnes Mutina und Zsuzsanna Jakabos, die Spanierin Melanie Costa Schmid, die Japanerin Haruka Ueda oder natürlich eine der zahlreichen Chinesinnen, allen voran Yi Tang, die im Finale über die 4x200m Freistil in Shabghai die zweitschnellste Zeit aller Athletinnen schwimmen konnte.

Insgesamt haben wir also etwa sechs oder sieben Athletinnen, die Pellegrini ernsthaft gefährlich werden könnten. Um die Medaillen streiten sich mehr als ein Dutzend Schwimmerinnen. Damit dürften die 200m Freistil auch bei den Damen eines der spannendsten Rennen der Olympischen Spiele werden.

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